Design Thinking

Innovation entsteht an der Schnittstelle von technischer Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und menschlicher Erwünschtheit. Design Thinking nimmt den Menschen und damit konkrete Bedürfnisse von Nutzern zum Ausgangspunkt. Aus unterschiedlichen Disziplinen und Einflüssen entstanden, ist es heute ein strukturierter und gleichzeitig kreativer Ansatz um kundenorientierte Lösungen zu entwickeln. Ein multidisziplinäres Team nutzt eine flexible Arbeitsumgebung um in einem ergebnisoffenen Prozess gemeinsam komplexe Aufgaben zu bewältigen und Neues entstehen zu lassen. Die Anwendung von Design Thinking erfordert die Haltung aus Fehlern zu lernen, den Mut Neues zu denken und sich auf Unbekanntes einzulassen. Es fördert die unternehmensinterne Zusammenarbeit und den Aufbau einer agilen Unternehmenskultur. Design Thinking ist ein hilfreicher Ansatz den komplexen und dynamischen Herausforderungen unserer Zeit – insbesondere jenen der Digitalisierung – erfolgreich zu begegnen.

Prozess

Der Design Thinking Prozess ist eine iterative Abfolge vom Phasen, beginnend mit dem Verstehen (1) der Aufgabenstellung. Dabei beleuchtet das Team das Problem aus unterschiedlichen Perspektiven, diskutiert Annahmen und Expertenmeinungen und schafft eine gemeinsame Basis für die weiteren Schritte. User Journey und Stakeholder Map sind Beispiele für Methoden in dieser Phase. In der zweiten Phase – Beobachten (2) – entwickelt das Team Empathie für die Realität und Probleme der Nutzer. Dies wird vor allem durch Befragungen, Beobachtungen oder Eintauchen in die Welt der Nutzer erreicht. Danach werden die erhobenen Informationen zusammengefasst und inspirierende Erkenntnisse abgeleitet. Schließlich wird die anfängliche Aufgabenstellung zu einer spezifischen Sichtweise (3) verfeinert. Diese Sichtweise definiert, welches Bedürfnis eines bestimmten Nutzers gelöst werden soll. Angewandte Methoden sind z.B. Story Telling und die Entwicklung einer Persona, eines fiktiven Charakters auf Basis der Erkenntnisse der Nutzerbeobachtung. In der folgenden 4. Phase werden mittels unterschiedlicher Kreativitäts- und Brainstormingtechniken eine Vielzahl von Ideen generiert (4). Das Design Team entscheidet sich für eine inspirierende Idee mit dem sie den Prozess fortsetzt. Es wird nun „mit den Händen gedacht“ und ein grober Prototyp entwickelt (5). Die Prototypen können unterschiedliche Formen haben: aus Papier, Modelle, Rollenspiele oder mit Form-Lego-System. Die Idee ist nun für den Nutzer begreif- und erlebbar gemacht und es kann damit ein Erlebnis simuliert werden. Dies erfolgt in der letzten Phase, dem Testen (6). Hier geht darum davon zu lernen, wie die Nutzer mit dem Prototyp interagieren und wie sie die zentrale Funktionalität bewerten. Das Feedback fließt in die Weiterentwicklung des Prototyps, welcher nun weiter getestet wird. Jederzeit kann zu einer vorherigen Phase zurückgekehrt werden und Annahmen neu überprüft, Sichtweisen überdacht oder Ideen neu entwickelt werden.